"Hansekirchen im
Ostseeraum" (zit. aus Mecklenburgische &
Pommersche Kirchenzeitung Nr. 15, 2003)
An der Stelle, wo sich das 1960 gesprengte Kirchenschiff von St. Marien
befand, könnten in einigen Jahren viele Linden gen Himmel wachsen.
“Die Bäume werden auf den Fundamenten nebeneinander gepflanzt und
bilden so die Kontur der Wismarer Ratskirche ab”, stellte Pastor Christian
Schwarz (51) von der St. Marien/St. Georgen-Gemeinde die Idee der Arbeitsgemeinschaft
“Hansekirchen im Ostseeraum” vor. Etwa 20 Pastoren und Küster trafen
sich jetzt zu einer dreitägigen Arbeitstagung in Wismar, um unter
anderem über Möglichkeiten des Feierns von Gottesdiensten und
über die Gestaltung von Kirchenräumen zu sprechen. Dabei diskutierten
die “Hansepastoren” der Backsteinbasiliken in Lübeck, Bad Doberan,
Lüneburg, Stralsund, Wolgast und Wismar auch wieder über die
Gestaltung des St. Marienkirchplatzes.
Die Arbeitsgemeinschaft will mit Hilfe der Bäume deutlich machen,
dass sich auf der derzeit als Parkplatz genutzten Fläche eine Kirche
befand, deren Sprengung in erster Linie der Politik geschuldet war. St.
Marien war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht so stark wie St. Georgen beschädigt
und musste dennoch weichen. Und die Gruppe möchte darauf hinweisen,
dass die Autos eigentlich auf einem historischen Bestattungsort stehen.
“Es ist bekannt, dass die Stadt knapp bei Kasse ist und es im Zentrum von
Wismar zurzeit zu wenig Parkplätze gibt. Dennoch muss der Bereich
vor dem Marienkirchturm anders genutzt werden, auf keinen Fall für
das Abstellen von Pkw”, gab Pastor Schwarz die Meinung der Tagungsteilnehmer
wieder. Diesen neuen Vorschlag - die Idee hatte Pastor Folker Thamm aus
Lüneburg - wollte Christian Schwarz nicht als Eingriff in die Kommunalpolitik
verstanden wissen, “aber es ist gewiss, dass dieses Thema, dieser Missstand,
immer wieder auf der Tagesordnung stehen wird.”
Beim diesjährigen Treffen der “Hansepastoren” war übrigens
Thomas Hirsch-Hüffell vom Gottesdienst-Institut Nordelbien zu Gast.
Der Pastor aus Hamburg leitete die Ideenbörse zu liturgischen Fragen.
So dachten die “Hansepastoren” beispielsweise über die Gestaltung
von Gottesdiensten mit Hilfe von speziellen Prozessionen nach. Sie erhielten
außerdem Gelegenheit, einen Blick in die Georgenkirche und auf die
sanierungsbedürftigen Glocken im Marienkirchturm zu werfen.
Norbert Wiaterek